Mit der Publikation der zu unserem kulturellen Erbe zählenden schönsten Eichsfelder Sagen, kommt der Verlag Mecke Druck nach 1991 nochmals dem Wunsch vieler Leser nach, in den Besitz einer gedruckten Sagensammlung zu gelangen, deren phantasievolle Erklärungen einen anschaulichen Einblick in die Vorstellungswelt unserer Vorfahren vermitteln, so dass sie immer wieder mit großem Vergnügen gelesen werden.
Im Gegensatz zu den Märchen beziehen sich die Sagen stets auf bestimmte Handlungsschauplätze und Personen und sie stellen uns u. a. hartherzige, geizige Burgherren, listige Hexen, Zwerge und Zauberer, mildtätige Nixen und weiße Frauen vor. Überdies begegnet man den für die Deutung von auffälligen Naturerscheinungen in Anspruch genommenen Riesen, den für ihre Untaten bekannten Räuber, dem schlechthin als Verkörperung des Bösen erscheinenden Teufel und letztlich den Schatzsuchern und Hütern von verborgenen Schätzen.
Um es dem Leser zu erleichtern, sich vom jeweiligen Schauplatz einer Sage ein besseres Bild zu machen, sind dem eigentlichen Sagentext einleitend einzelne historische Fakten vorangestellt, außerdem sind die Orte in einer Eichsfeldübersichtskarte verzeichnet.
Auch die hier dargebotenen 64 Eichsfelder Sagen, volksläufige Erzählungen objektiv unwahren und phantasiegeborenen Inhalts, die trotz allem Wirklichkeit widerspiegeln möchten, verlangen vom Erzähler und vom Hörer, dass ihnen Glauben geschenkt wird.
Aus dem Inhalt:
Vorwort 11
Die Teufelskanzel 17
Der Schampanjesmann 20
Die Zerstörung der Burg Stein und
das „Fräubchen von England” 24
Die Brauthecke bei Bickenriede 27
Hechts Aden und Bratsch Nickel 31
Die Mordmühle bei Lindau 34
Der Erbe von Rumerode 39
Die bei Elbingen versunkene Schweineherde 41
Die Riesenfeste auf dem Sonnenstein 43
Räuber Urban und die Urbenschanze 45
Der Untergang der Klingenburg 46
Der Brautschatz aus der Klingenburg 48
Die Zerstörung der Allerburg 49
Die Goldblume auf der Anhöhe der Ruine Allerburg 51
Graf Isang und der Seeburger See 53
Etzelsbach 56
Das Wickelshäuser Kreuz 58
Der Bau der Wallfahrtskapelle in Germershausen 61
Ein gefährliches Buch im Kloster Teistungenburg 63
Die verstopfte Quelle unter der „Alten Burg” 66
Der Teufel auf dem Duderstädter Westerturm 68
Der vierte Mann 71
Der Hünenstein 75
Der Riesenhügel 76
Klüschen Hagis 78
Die Dingelstädter Steckenpferdreiter 81
Rhuma, Statthalterin des Rhumesprunges 83
Die Nixe Rhuma und der Riese Romar 86
Im Nonnenholz 89
Wallfahrtsort Breitenholz 91
Das „Steinerne Haus” in Duderstadt 94
Der Schatz in der Stube zu Desingerode 98
Der Bauer als Abt des Klosters Gerode 101
Die weißen Tauben im Kloster Gerode 103
Der gebannte Hammeldieb 104
Der Schatz in Lerne 107
Die weiße Frau bei der Roten Warte 109
Das nächtliche Turnier auf der Hasenburg 112
Der schwarze Hund 115
Der Dreiackersberg bei Wintzingerode 116
Die Heiligenstädter Möhrenkönige 117
Die Worbiser Krengeljäger 120
Die Uderschen Ossenritter 123
Der Schatz in der Burg Hanstein 125
Der Schatz auf dem Sulberge 130
Der Untergang von Rosenthal 134
Der Bildstock am Obernfelder Wurtweg 137
Der Bildstock „Auf dem Haffleger” bei Tiftlingerode 139
Der Zwerg im Erbsenfeld 142
Die Ölpütte bei Nesselröden 144
Der Leichenzug im Wulfertal bei Wehnde 147
Burg Greifenstein 149
Der Hecketaler 152
Der Dorfschmied in Gernrode 155
Die Giftpilze auf dem Rondell bei Geismar 157
Der gehobene Schatz aus der Walkemühle 160
Die Räuberhöhle bei der „Kalten Linde” 166
Der Wechselbalg 169
Die große Glocke aus der Wüstung Pulkendorf 171
Die Zerstörung des Dorfes Wildungen 175
Die weißen Laken 178
Der Katerborn bei Dieterode 181
Wie ein Mingeröder an den Galgen auf dem Sulberge kam 183
Das Beinhaus auf dem Hülfensberg 185
Literaturnachweis 189