Die Schwarze Kunst im Eichsfeld - Aus der Geschichte der Druckereien in vier Jahrhunderten
vorangestellter Reprint des Duderstädter Pestbuches v. 1666: Kurzer u. notwendiger Bericht, wie sich bei der schnell ausbreitenden Pest ein jeder auf dem Land u. anderswo, da kein Arzt anwesend ist, mit göttlicher Hilfe schützen u. teilweise heilen könne.
Neuerscheinung
Die Schwarze Kunst im Eichsfeld - Aus der Geschichte der Druckereien in vier Jahrhunderten
ISBN: 978-3-936617-79-5
Autor: Manuel Müller, Heinrich Wolf, Leo Engelhardt, Elisabeth Meyer und Helmut Mecke
Herausgeber: Helmut Mecke
Bibliogr. Daten: Format: 15,5 x 22,5 cm, 400 Seiten, Bindeart: Festeinband, erschienen: Duderstadt 2008
Weitere Infos: Duderstädter Pestbuch von 1666 mit einer Textübertragung und ausführlicher Begriffserklärung von Manuel Müller, unter Mitarbeit von Leo Engelhardt und Elisabeth Meyer, 313 z.T. 2farbige Abbildungen
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Zu diesem Titel:

Die Schwarze Kunst im Eichsfeld - Aus der Geschichte der Druckereien in vier Jahrhunderten von Manuel Müller

mit einem vorangestellten Reprint des Duderstädter Pestbuches von 1666:  
Kurzer und notwendiger Bericht, wie sich bei der schnell ausbreitenden Pest ein jeder auf dem Land und anderswo, da kein Arzt anwesend ist, mit göttlicher Hilfe schützen und teilweise heilen könne. Anbei ein Anhang von der Roten und Weißen Ruhr von Heinrich Wolf, mit einer Textübertragung und ausführlichen Begriffserklärungen zum Pestbuch von Manuel Müller, unter Mitarbeit von Leo Engelhardt und Elisabeth Meyer.

Herausgegeben von Helmut Mecke erscheint zum 100-jährigen Bestehen von Mecke Druck und Verlag 2008, erstmals eine umfangreiche und umfassende Beschreibung der Druckereien des Eichsfeldes in ihrer vier Jahrhunderte alten Geschichte.

Die Darstellung beginnt 1665 in Duderstadt und führt über Heiligenstadt, Worbis, Dingelstädt und Leinefelde, mit 26 Druckbetrieben und deren etwa 75 verschiedenen Inhabern. Zu erfahren sind die oft sehr schwierigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen im Zeitraum von der kurmainzischen Herrschaft, über die preußische und französische Verwaltung, den beiden Weltkriegen mit Wirtschaftskrise und der Epoche des getrennten Deutschlands bis heute, mit denen die Drucker, die oft auch Verleger, Zeitungsredakteure, Buchbinder und Buchhändler waren, umgehen mussten. Über die technische Entwicklung von der Bleitype  bis zur digitalen Technik oder von der Holzspindeldruckpresse bis zur modernen Mehrfarb-Offset-Druckmaschine kann man sich ebenso informieren wie über weitere interessante Persönlichkeiten des Eichsfeldes, die mit dem traditionsreichen Druckgewerbe verbunden sind.

Das Werk enthält zahlreiche und großenteils bislang noch nicht veröffentlichte Abbildungen von Buch- und Zeitschriftentiteln, Zeitungen, Personen, Gebäuden, Briefen und anderen Dokumenten. Die Beschreibung der einzelnen Druckereien ist durch Recherchen in Archiven, Museen und Bibliotheken und vor allem durch das Hinzuziehen von Zeitzeugen oder deren Verwandten gegenüber der bisher bekannten Literatur erheblich erweitert und vervollständigt worden.

Bereichert wird dieser Einblick in ein spannendes Stück Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Region durch den vollständigen Reprint des Duderstädter Pestbuches, verfasst vom damaligen praktischen Arzt des Eichsfeldes Heinrich Wolf und gedruckt von Johann Westenhoff in Duderstadt 1666. Dieses erste bislang bekannte Druckerzeugnis aus dem Eichsfeld enthält neben Vorschlägen zur Vorbeugung und Behandlung des „Schwarzen Todes" auch einen Anhang über die Rote und Weiße Ruhr. Beigefügt ist dem Nachdruck eine Übertragung ins heutige Deutsch, versehen mit ausführlichen Begriffserklärungen, um dem interessierten Leser die fast 350 Jahre alte Schilderung der damals unerforschten und im Eichsfeld öfter ausgebrochenen Krankheiten näher zu bringen.

Auszug aus dem Geleitwort des Herausgebers

„Mehr als alles Gold hat das Blei die Welt verändert - und mehr als das Blei der Flinten - das Blei aus den Setzkästen," verkündete bereits im 18. Jahrhundert der Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg. Er sollte recht behalten. Denn auch 600 Jahre nach der Erfindung des Hochdruckverfahrens durch den Urvater unserer heutigen modernen Medien Johannes (Gensfleisch) Gutenberg (1397-1468) und dem darauf folgenden weltweiten Siegeszug der Schwarzen Kunst ist und bleibt das Buch eine zuverlässige Quelle des Wissens.

Gutenbergs Idee, Texte aus Einzelbuchstaben zusammenzusetzen, revolutionierte das Verhältnis des Menschen zum geschriebenen Wort und katapultierte Europa vom Mittelalter in die Neuzeit. Dabei halfen ihm seine vielfältigen Erfahrungen aus den Bereichen der Goldschmiedekunst, Glockengießerei, Papiermacherei und Weinkelterei. Denn allein zu der eigentlichen herausragenden Erfindung der einzelnen Bleibuchstaben musste er dazu zunächst die richtige Metall-Legierung finden, die Buchstaben-Urform (Matrize) und das Handgießinstrument erfinden und konstruieren. Auf ihn gehen auch der Setzkasten, Winkelhaken und Schiff zurück (Arbeitsgeräte des Bleisatzes, die noch bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gebräuchlich waren). Selbstverständlich brauchte er auch eine Druckpresse, für die er eine Weinpresse umbaute.

Ein exzellentes Beispiel für die Druckkunst Gutenbergs ist die 42-zeilige Bibel, die er im Jahr 1455 in einer Auflage von 180 Exemplaren druckte. Heute sind nur noch 50 Exemplare vorhanden, eine davon verwahrt die Universitätsbibliothek Göttingen.

Anlässlich des 600. Geburtstages von Johannes Gutenberg konnte ich mir auf einer Ausstellung in der Göttinger Paulinerkirche selbst einen Eindruck von der Gutenbergbibel verschaffen. Als Sammler alter - in Duderstadt gedruckter Bücher - war ich beeindruckt von der wechselvollen Geschichte der Buchdrucker. Im Hinblick auf das in Sichtweite gerückte einhundertjährige Jubiläum der Druckerei Mecke im Jahr 2008 beschloss ich, dass es an der Zeit sei, der Geschichte der Druckereien im Eichsfeld ein Buch zu widmen, das bisher fehlte.

In eine traditionsreiche Druckerfamilie hineingeboren, war mir bewusst, dass die Geschichte der Schwarzen Kunst im Eichsfeld nur unzureichend bekannt war und Recherchen notwendig sein würden. Durch unsere Zeitschriften „Unser Eichsfeld" und „Goldene Mark" sowie Veröffentlichungen von Dr. Bernhard Opfermann ergab sich ein erstes Bild über die Entwicklung der Druckereien im Eichsfeld. Für die weitere Recherche vermittelte Dr. Peter Aufgebauer vom Institut für historische Landesforschung in Göttingen den Historiker Manuel Müller, dem ich zu großem Dank verpflichtet bin. Sein Engagement für dieses Buch ging weit über meine Erwartungen hinaus.

Er erarbeitete und recherchierte nicht nur die Druckereigeschichte, sondern übernahm auch noch nachträglich die erforderliche Bearbeitung der Textübertragung des Pestbuches.

Im Rahmen erster Untersuchungen für seine Magisterarbeit stellte Manuel Müller schnell fest, dass bereits in der ersten Duderstädter Druckerei, 1665 von Johann Westenhoff gegründet und von seinen Nachfolgern bis 1809 fortgeführt, 46 heute bekannte Druckwerke hergestellt wurden. Ein Großteil von ihnen wurde bisher noch nicht wieder publiziert.

Darunter fand sich auch in der Forschungsbibliothek der Universität Göttingen das 1666 erschienene Pestbuch von Heinrich Wolf - das erste im Eichsfeld gedruckte Buch. Leider befand es sich in einem schlechten Zustand, so dass ich eine Buchpatenschaft übernahm, in deren Zuge das Buch digitalisiert wurde.

Im Anschluss wurde das Buch ins heutige Deutsch übertragen um es der Allgemeinheit zugänglich machen zu können, wie ich es bereits vor einigen Jahren mit dem 1671 gedruckten Hülfensbergbüchlein „Mons adjutorii seu Salvatoris Christi" getan habe.

342 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung ist es nun möglich, mit der hier vorliegenden umfassenden Geschichte der Schwarzen Kunst im Eichsfeld auch das „Duderstädter Pestbuch" als Original-Reprint wieder erscheinen zu lassen. Dadurch wird dieses Buch, das einen spannenden Einblick in vier Jahrhunderte Eichsfelder Druckgeschichte gibt, und darüber hinaus ein nicht unwesentliches, hochinteressantes Stück Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Region vermittelt, zusätzlich bereichert.

Mein herzlicher Dank gilt allen jetzigen und den vielen ehemaligen Mitarbeitern unserer Druckerei, die mit ihrer Arbeit nunmehr im Zeitraum von einhundert Jahren unseren Betrieb mit aufgebaut und mit Leben erfüllt haben.

Nachdem ich mich mehrere Jahre mit dem Thema der Eichsfelder Druckereigeschichte beschäftigt und immer wieder über spannende und neue Erkenntnisse gefreut habe, wünsche ich nun viel Vergnügen beim Erkunden der Geschichte der Eichsfelder Druckereien von 1665 bis heute und beim Lesen der aus jetziger Sicht etwas seltsam anmutenden Rezepte zur Bekämpfung des „Schwarzen Todes".

„Gott grüß die Kunst!"

Helmut Mecke, Duderstadt im Mai 2008

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