Kleine Duderstädter Druckereigeschichte

Eine ausführliche Beschreibung zur Eichsfelder Druckereigeschichte in vier Jahrhunderten finden Sie in dem Jubiläumsband zum 100jährigen Bestehen von  MECKE  DRUCK  UND  VERLAG:  Die Schwarze Kunst im Eichsfeld.

Der in Duderstadt geborene Inkunabeldrucker Albert Kunne (ca.1430-1520), bis 1459 in Duderstadt nachweisbar, hat in Memmingen von 1480-1520 die erste Druckerei betrieben. In seinen Impressen gab er stets einen Hinweis auf Duderstadt oder das Eichsfeld: Impressum Memmingae per Albertum Kunne de Duderstadt maguntinensis diocesis (in der Diözese Mainz). Anno salutis 1482.

Seit etwa 1665 führte Johann Westenhoff (1635-1687) in Duderstadt die erste Druckerei in der Region Eichsfeld/Göttingen und druckte 1666 eine deutschsprachige Pestschrift, das "Duderstädter Pestbuch" von Heinrich Wolf, einem Landarzt des Eichsfeldes. Die Westenhoffsche Druckerei wurde durch 5 Generationen fast 150 Jahre, bis 1809, fortgeführt.

1812 hatte C. G. Fleckeisen Drucker und Verleger aus Helmstedt in Duderstadt eine weitere Druckerei eröffnet, die am 1. Januar 1816 Christian Wagner übernahm. Hier wurde das "Duderstädtische Wochenblatt" herausgegeben, später in "Duderstädter Wochenblatt" und "Zeitung fürs Eichsfeld" umbenannt. 1961 wurde diese traditionsreiche größte Druckerei Duderstadts geschlossen, die durch 7 Generationen geführt wurde.

Neben Wagner eröffnete 1865 der Buchhändler Anton Julius Hövener in der Jüdenstraße 7 eine Buchdruckerei mit Zeitungsverlag. Von 1865-1984 über 7 Generationen hindurch bestand diese Druckerei. In diesem Betrieb wurden neben allgemeinen Drucksachen u.a. Zeitungen, Zeitschriften und auch Heimatkundliches hergestellt.

Der Papierfabrikant Gustav Gerlach hatte sich 1881 für die Einrichtung einer Druckerei mit dem Buchdrucker Friedrich Haensch zusammengetan. Haensch, der in kurzer Zeit mehrere Bücher herausgab, hat die Druckerei bereits 1901 wieder verlassen und ließ sich in Göttingen nieder, wo seine Druckerei bis 2004 fortbestand. Gerlachs Druckerei spezialisierte sich später auf Papierwarenverarbeitung (Tütenherstellung) und ist durch 3 Generationen bis 1961 fortgeführt worden. 

Die vierte Duderstädter Druckerei, die C. F. Kohlus seit 1902 betrieb, ab 1913 auch als Druckerei Ernst Holzborn firmiert, war eine Akzidenz-Druckerei, die durch 3 Generationen geführt 1972 geschlossen wurde.

Am 15. Oktober 1901 gründete Aloys Mecke eine Buchbinderei und Buchhandlung, der er 1908 eine Druckerei angegliederte. Bald darauf begann er Verlagsaktivitäten zu entwickeln, die sich vornehmlich mit dem Eichsfeld beschäftigten. 1933 übernahm der älteste Sohn des Firmengründers der Buchdruckmeister Karl Mecke die technische Leitung der Druckerei und ab 1952 die gesamte Firma, bestehend aus Buchhandlung, Buchbinderei, Druckerei und Verlag, als Alleininhaber. 1970 entstanden aus diesem Unternehmen zwei eigenständig geführte Unternehmen. Die Buchhandlung ALOYS MECKE (seit 2008 Inhaber Christian Mecke) und MECKE DRUCK UND VERLAG, Inhaber Nils Mecke (seit 2011, der Verlag wird weiterhin durch Helmut Mecke geleitet). Mit Nils Mecke ist inzwischen die vierte Generation der Inhaberfamilie tätig geworden. Als einzige vollstufige Druckerei mit über 100-jähriger Geschichte hält jetzt  MECKE  DRUCK  UND  VERLAG  die Tradition der "Schwarzen Kunst" in der bisher vier Jahrhunderte währenden Druckereigeschichte Duderstadts aufrecht. Seit Beginn dieser Drucktradition 1665 wurden in Duderstadt weit mehr als 500 Bücher gedruckt und verlegt. Mehr als die Hälfte dieser Titel kommen aus dem Offizin Mecke, Duderstadt.